Forum Zukunfts-ENERGIE · Mittwoch, 26. August 2026 · Energiepark Grischa, Chur

Pfad 7 · Autonomes Fahren

Tesla Owners Switzerland — Henning Frey

Runde 3Grüne Container45 Minuten

Autonomes Fahren scheitert in Europa nicht an der Technik. Henning Frey führt in dieser Session vor, dass es anderswo längst alltäglich ist — und zieht daraus eine Folgerung, die weit über das Fahren hinausgeht: Die eigentliche Wirkung liegt nicht im Antrieb, sondern im Besitz.

Der Befund: es liegt am Regularium

In den USA und in bestimmten Regionen Chinas ist autonomes Fahren im alltäglichen Einsatz. In Europa gibt es es nur stark eingeschränkt, bei Tesla mit Sicherheitsfahrer.

«Wir haben in Europa kein wirklich echtes autonomes Fahren reguliert. Es gibt kein Gesetz, das das in irgendeiner Form ermöglicht.»Henning Frey, Tesla Owners Switzerland — am Interview-Punkt

Zuständig ist die UNECE. Auf die Frage, die ihm am häufigsten gestellt wird, gibt er deshalb eine Antwort, die nicht von Technik handelt:

«Die grosse Frage, die jeder stellt, ist: Wann kommt autonomes Fahren? Und die wirklich ehrliche Antwort ist die: wenn unsere Behörden es endlich freigeben.»Henning Frey, Tesla Owners Switzerland — am Interview-Punkt

Eine Schweizer Sonderlösung hilft dabei nicht — auch das am Interview-Punkt: «Was nützt es, wenn ich autonomes Fahren, wie es jetzt in Holland erlaubt ist, in der Schweiz auch noch erlaube? Dann habe ich eine Insel in Europa.» Es braucht eine Regelung für den ganzen Kontinent — und genau deshalb bündelt Tesla seinen politischen Einfluss bei der UNECE statt in einzelnen Ländern. Tesla Owners Switzerland macht Veranstaltungen und spricht mit dem ASTRA.

Warum das Thema in ein Energieforum gehört

Autonomes Fahren ist technologieoffen — theoretisch ginge es auch mit einem Verbrenner. Faktisch wird es das Elektroauto sein: Es braucht viel und vor allem gesicherte, gleichmässige Rechenleistung, und die liefert die Hochvoltbatterie auch im Stand. Beim Verbrenner ist im Stand zu wenig Strom da.

Die grössere Wirkung liegt aber woanders:

«Die Auswirkung von autonomem Fahren wird die sein, dass wir langfristig gar keine Autos mehr besitzen werden.»Henning Frey, Tesla Owners Switzerland — am Interview-Punkt

Der Handwerker behält seines. Wer morgens zur Arbeit fährt, lässt sich vom Dorf mit einem Robotaxi zum Bahnhof bringen — woraus ein starker Zulauf für den öffentlichen Verkehr folgt, im Nah- wie im Fernverkehr, mit entsprechendem Ausbaubedarf. Und Frey macht die Einschränkung gleich selbst: Wenn die 60 bis 70 Kilometer zur Arbeit einfach weiterhin einzeln gefahren werden, nur selbstfahrend, «das bringt effektiv nichts. Nur, dass ich während der Fahrt arbeiten kann — aber das kann ich im Zug auch.»

Sein konkretestes Bild betrifft den Schwerverkehr: Der Fahrer bringt den Lastwagen bis zur ersten Raststätte und steigt aus, das Fahrzeug fährt autonom von Hamburg nach Mailand, an der letzten Raststätte vor Mailand steigt wieder jemand ein. «Ich glaube, das werden wir sehr bald erleben.»

Die schärfste Aussage des Tages

«Wenn wir in den nächsten fünf Jahren nicht dahin kommen, dann haben uns die Chinesen und die Amerikaner gleichzeitig abgehängt. Und wenn wir neben Photovoltaik, Autoindustrie und diversen anderen Industrien auch den Bereich Mobilität noch verlieren wollen, dann können wir uns in Europa irgendwann zum Entwicklungsland anmelden. Aber dann meine ich wirklich Europa und kein einzelnes Land — da stehen wir alle gemeinsam dafür.»Henning Frey, Tesla Owners Switzerland

Was der Pfad zeigt

Frey beschreibt dieselbe Lage wie Swissgrid im Pfad E-Netze, nur an einem anderen Gegenstand: Die Technik ist bereit, der Engpass ist das Verfahren und die fehlende Einbindung. Der eine misst ihn in 30 Jahren Bewilligung für eine Leitung, der andere in fünf Jahren bis zum Anschlussverlust. Beide sprechen über Europa, nicht über die Schweiz.

Am Interview-Punkt

Eine andere Gattung als die Session. Neben den Räumen stand an diesem Tag ein fester Interview-Punkt: eine Kamera vor dem grünen Plakat «Der Handschlag von Chur», betreut von Milena Stadelmann von der Fachhochschule Graubünden. Dort wurde einzeln zur Kamera gefragt — wer bist du, was bringst du mit, was nimmst du mit. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern eine eigene Rolle im Forum: Macher ist das Haus, das den 45-Minuten-Pfad trägt; die Pfad-Regie der Fachhochschule moderiert an und dokumentiert; und der Fachexperte ist die Person, die eine Perspektive mitbringt, für die es keinen Slot gibt — sie wird zum Video-Interview eingeladen. Was dabei herauskommt, heisst Fachstimme. Die Merkregel des Forums: Fachexperte = wer, Fachstimme = was. Eine Fachstimme geben aber nicht nur die Fachexperten ab: Wer selbst auf einer Bühne stand, kann am Interview-Punkt zusätzlich eine abgeben. Daraus entstand auch der Film, der am Abend vor dem Plenum lief. Aussagen von dort sind auf dieser Seite mit «am Interview-Punkt» gekennzeichnet — sie sind nicht in der Session gefallen. Der Ton ist dort deutlich besser als in den Räumen.

Aus der Session

Vortragender im roten Poloshirt mit Tesla-Logo vor einer Folie zu den SAE-Leveln des automatisierten Fahrens
Die SAE-Level. Die Stufen sind definiert, die Technik ist gebaut — was fehlt, ist die Zulassung. Zuständig dafür ist nicht die Schweiz, sondern die UNECE.
Der Film vom Tag — neun Minuten, gedreht vom Multimedia-Team der Fachhochschule Graubünden: zukunfts-energie.ch/film. Er liegt auf unserem eigenen Server in der Schweiz: kein YouTube, kein Tracking, keine Cookies.

Was daraus folgt

Diese Seite ist die erste von zwei Schichten. Sie hält fest, was gesagt wurde. Die zweite hält fest, was die Leute daraufhin tun — der Handschlag von Chur: konkrete Zusagen, namentlich, im eigenen Wort. Nicht feierlich unterschrieben, sondern unter Gleichen gegeben. Im August 2027 fragen wir nach, was daraus geworden ist.

34 Menschen haben am 26. August unterschrieben. Von acht wissen wir, was sie sich vorgenommen haben — die übrigen Zusagen stehen als Name da, ohne Satz. Wenn du an diesem Nachmittag etwas zugesagt hast und es dort stehen sehen möchtest, genügt eine Zeile. Wer nichts zugesagt hat, kann es nachtragen.

Die anderen acht Pfade

Drei Runden, neun Pfade — wer dabei war, hat höchstens drei davon gesehen. Deshalb entsteht zu jedem eine Seite wie diese. Sie erscheinen nacheinander:

Dazu der Abend im selben Raum — neun Pitches, die Keynote und die Diskussion: Der Abend.

Das nächste Forum: Mittwoch, 25. August 2027, wieder im Energiepark Grischa. Vormerken → — das verpflichtet zu nichts.

Dokumentation aus den Aufnahmen des Tages · Regie Davide Pagiusco (Session) · Milena Stadelmann (Interview-Punkt) · Forum Zukunfts-ENERGIE · Russi Energy Foundation · Energiepark Grischa